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Welser Kuche

Esst und genießt. Seid mildtätig und trinkt.

Im Gedenken an schlechte Zeiten wird immer ein Rest für die Armen auf dem Essbrett übrig gelassen. Ein Stück Brot allein reicht allerdings nicht! Es muss schon etwas Gehaltvolles sein. Wird, weil es gar so gut schmeckt, die Gabe an die Armen übersehen, so muss der reuige Sünder den Fehler wieder gut machen. Die „Mannsbilder“ sühnen, indem sie die Magd, die gerade die Tafel abräumt, auf den Hals küssen. Hat ein „Weibsbild“ die Missetat begangen, bekommt der Knecht den Hals geküsst.

Es gibt aber noch eine Unart, die geahndet wird. Manchmal geht es einem „Mannsbild“ nicht schnell genug, bis er von „seinem Weibsbild“ versorgt wird. Schenkt er sich selbst ein oder greift er sich vorschnell ein gutes Stück Fleisch, so kommt er mit Kopf und Händen in die Schandgeige und wird für seine Gier verlacht. Zudem dürfen sich die übrigen „Mannsbilder“ eine Strafe für ihn ausdenken, die er dann umgehend verbüßen muss.

Bis Ihr Euch verseht, seid Ihr am Ende der mittelalterlichkulinarischen Zeitreise angelangt. Unser Nachtwächter beschließt den Abend und sagt Euch nach alter Väter Sitte, was die Uhr geschlagen hat. Mit dem Gesinde der Welser-Kuche wünscht er einen sicheren Heimweg und alle hoffen darauf, Euch bei einem neuen Fest wieder zu sehen.

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